Miriam Mirza

Miriam Mirzas blog

Viele Ärztinnen und Ärzte sind in ihrem Beruf unzufrieden. Steigende Arbeitsbelastung, unzureichende Personalausstattung, kaum Zeit für Gespräche mit den Patientinnen und Patienten und fehlende Wertschätzung ärztlicher Arbeit – so beschreiben viele Ärztinnen und Ärzte in den Krankenhäusern ihre Arbeitsbedingungen. Diese fordern einen Preis, den viele Medizinerinnen und Mediziner nicht mehr zahlen wollen.
In den letzten Jahren hat sich das Phänomen der Influencer auch auf den Bereich der Medizin ausgeweitet. Medizinische Influencer sind Personen, die auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, YouTube oder TikTok Inhalte zu medizinischen Themen veröffentlichen und damit eine große Anzahl von Followern erreichen.
Wenn der Arzt Prof. Dr. Gerhard Trabert zur Arbeit geht, dann macht er sich nicht etwa auf den Weg in eine Praxis oder ein Krankenhaus, nein, er geht auf die Straße, denn hier findet er seine Patientinnen und Patienten. Trabert behandelt Obdachlose und Arme in Mainz. Seine Praxis ist ein zum Arztmobil umgebauter Mercedes-Sprinter. Als erster Arzt in Deutschland bekam er für diese Form der mobilen Praxis eine Kassenzulassung. Jeden Tag fährt der Allgemeinmediziner zu seinen Patientinnen und Patienten, versorgt sie mit Medikamenten, behandelt Erkältungen, verstauchte Gliedmaßen und psychische Erkrankungen.
Aus dem Klinikalltag auszusteigen und mehr Zeit für sich und die Familie zu haben, wünschen sich viele Ärztinnen und Ärzte. Vor einigen Jahren war es noch undenkbar, sich eine Auszeit zu nehmen und etwa ein Sabbatical einzulegen. Das ist nachvollziehbar, denn Medizinerinnen und Mediziner müssen für die medizinische Versorgung nun einmal nah an ihren Patientinnen und Patienten sein.
Der Beruf der Ärztin bzw. eines Arztes beschäftigt mit der Behandlung und Gesunderhaltung von Menschen. Gleichzeitig gehört er zu den besonders gesundheitsgefährdenden Tätigkeiten. Denn auf der einen Seite muss mit emotionalen Herausforderungen wie dem Umgang mit dem Tod, Sterben und Misserfolgen in einem Arbeitsklima, das von stark hierarchischen und auf Einzelkämpfertum ausgerichtet ist, umgegangen werden. Andererseits ist der Beruf aufgrund von Schlafmangel, Dauerstress und regelmäßig abzuleistenden Überstunden auch körperlich anstrengend.
Mobbing am Arbeitsplatz wird laut ver.di wie folgt definiert: „Mobbing bedeutet, dass ein Mensch bei der Arbeit von Vorgesetzten oder Kollege*innen systematisch schikaniert, benachteiligt, beleidigt oder ausgegrenzt wird – und zwar über einen längeren Zeitraum. Das Mobbing kann von einzelnen Personen oder oder ganzen Gruppen ausgehen. Mobbing kann sich auf der Arbeitsebene, auf der sozialen Ebene oder auf beiden Ebenen abspielen.“ Dieses Verhalten ist ein Deutschland ein weit verbreitetes Problem: So berichteten laut einer Umfrage von Statista und YouGov aus dem Jahr 2021 fast 30 Prozent der Befragten von Mobbingerfahrungen am Arbeitsplatz.
Ein Großteil der Ärztinnen und Ärzte, die bereits im Berufsleben stehen, haben noch nie eine persönliche Fortbildung zum Thema professionelle Arztgespräche besucht. Dabei ist das eine Fertigkeit, die wie andere ärztliche Tätigkeiten gut erlernbar ist.
In Zeiten des demografischen Wandels, Fachkräftemangels und einer immer schwieriger werdenden medizinischen Versorgung ländlicher Regionen tun neue Versorgungskonzepte Not. Die Landesregierung NRW hat das virtuelle Krankenhaus VKh.NRW initiiert. Das VKh.NRW bietet für den ärztlichen kollegialen Austausch mittels Telekonsil eine unabhängige digitale und kostenfreie Vermittlungs- und Serviceplattform an. In einem sektorenübergreifenden Netzwerk profitieren niedergelassene sowie angestellte Ärztinnen und Ärzte vom Spezialwissen ausgewiesener Expertinnen und Experten. Ziel ist, Expertenwissen landesweit zu bündeln und besser zugänglich zu machen.
Corona, Ukraine-Krieg, die steigende Inflation – derzeit reiht sich eine Krise an die andere. Das macht den Menschen zu schaffen und belastet sowohl ihre körperliche als auch seelische Gesundheit. Das lässt auch Ärztinnen und Ärzte nicht kalt, die die Folgen im beruflichen Alltag zu spüren bekommen, während sie selbst von den Krisen auch betroffen sind. Wie gehen Medizinerinnen und Mediziner damit um? Hinweise gibt ein Report der Online-Plattform Medscape.
Deutschland leidet unter dem medizinischen Fachkräftemangel. Besonders in ländlichen Regionen ist das deutlich zu spüren. Hier sind es vor allem die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, die allerorten fehlen, doch inzwischen klagen auch die Krankenhäuser. Für sie wird es immer schwieriger, offene ärztliche Stellen zu besetzen.

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